12 ICAP-Framework
Das ICAP-Framework (Chi & Wylie, 2014) liefert einen strukturierten Ansatz, um kognitives Engagement zu erfassen und gezielt zu fördern. Es unterscheidet vier Formen kognitiver Aktivität, die jeweils mit beobachtbarem Verhalten verknüpft sind und unterschiedliche Wissensveränderungsprozesse abbilden:
| Lernform | Beschreibung | Aktivitäten |
| Passiv | Informationen aufnehmen, ohne sich gedanklich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen | Zuhören, Lesen, Anschauen |
| Aktiv | Sich bewusst mit dem Inhalt beschäftigen, ohne ihn inhaltlich zu verändern | Notizen machen, Lösungsschritt kopieren, Video stoppen |
| Konstruktiv | Eigene Gedanken entwickeln und bestehende Informationen erweitern | Concept Map erstellen, Fragen stellen, Erklären |
| Interaktiv | Perspektiven austauschen und fremde Sichtweisen in das eigene Verständnis integrieren | Argumentieren, Peer-Diskussion |
Die zentrale Annahme: Je höher die Stufe, desto tiefer das Lernen.
Für das Selbststudium bedeutet das, Lernmaterialien so zu gestalten, dass sie Lernende mindestens zu aktiven, idealerweise zu konstruktiven oder interaktiven Prozessen anregen.
Praktische Umsetzung
Quellen/Links:
Chi, M. T. H., & Wylie, R. (2014). The ICAP Framework: Linking Cognitive Engagement to Active Learning Outcomes. Educational Psychologist, 49(4), 219–243. https://doi.org/10.1080/00461520.2014.965823
Schäfle, C., & Dölling, H. (2025). Aktives Lernen in der Hochschullehre planen und fördern mit dem ICAP-Modell. BayZiel Series – Schriftenreihe zur Hochschullehre des Bayerischen Zentrums für Innovative Lehre. Lizensiert unter CC BY SA.
Abgerufen: https://bayziel.de/publikationen/bayziel-series/
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